Welcher Sonnenschutz passt zu mir

17. Juli 2018 | Expertentipp | Ohne Kommentare

Sonnenschutz ist ein wichtiges Thema. Sonnenbrände können die Haut langfristig schädigen. Zu den Folgen zählen bösartige Hauterkrankungen und vorzeitige Hautalterung. Darüber hinaus können einem das Brennen oder die Schmerzen eines akuten, starken Sonnenbrandes den schönsten Urlaub vermiesen. Zumal bis zum Abklingen der Symptome die Sonne ganz gemieden werden sollte.

Um den richtigen Sonnenschutz zu finden, solltet ihr zunächst wissen, welcher Hauttyp ihr seid. Die Einteilung ist nicht ganz einheitlich. Je nach Quelle wird zwischen vier bis sechs Typen unterschieden. Berücksichtigt werden dabei Hautfarbe, Haarfarbe, Augenfarbe und Bräunung. Typ 1 ist bei allen Einteilungen der schlechteste Bräunungstyp. Hierunter fallen z.B. Menschen mit sehr heller Haut, blonden Haaren und hellen Augenfarben, die bereits nach weniger als zehn Minuten in der Sonne die ersten Rötungen zeigen und kaum oder gar nicht bräunen. Die Zeitspanne, bis zu den ersten Rötungen, wird als sogenannte Eigenschutzzeit bezeichnet, also die Zeit, die die Haut sich alleine vor der Sonnenstrahlung schützen kann. Die weiteren Abstufungen der Hauttypen gehen über mittlere bis dunkle Haut-, Haar- und Augenfarben sowie mäßiger bis guter Bräunung und hoher Eigenschutzzeit.

Der Lichtschutzfaktor eines Sonnenschutzmittels gibt an, um wieviel länger ihr euch in der Sonne aufhalten könnt, ohne einen Brand zu bekommen. Ist die Eigenschutzzeit 10 Minuten, bedeutet das also bei einem Faktor 30, dass ihr 10x30=300 Minuten in der Sonne verbringen könnt. Vorausgesetzt, das Sonnenschutzmittel ist gut und gleichmäßig aufgetragen und bleibt auf der Haut. Da Wasser und Sand den Sonnenschutz von der Haut ablösen können, sollte ggf. nachgecremt werden. Das Nachcremen verlängert aber nicht die Schutzzeit! Das liegt daran, dass die Schutzfilter einen Teil der Strahlung weiter durchlassen, wodurch die Haut trotz Sonnenschutz auch allmählich bräunt. Anders sieht es aus bei den extrem hohen Faktoren, den sogenannten Sonnenblockern. Sie lassen keine Strahlung durch.

Welcher Faktor für euch der richtige ist, hängt neben dem Hauttyp auch von euren Aktivitäten ab. Wasser beispielsweise verstärkt durch Reflektion die Sonneneinstrahlung erheblich, sodass beim Wassersport höhere Faktoren anzuraten sind. Wer mehrere Stunden auf dem Wasser verbringt, sollte deshalb, auch wenn er gut bräunt, ggf. einen Sonnenblocker einsetzen.

Neben den Lichtschutzfaktoren, unterscheiden sich Sonnenschutzprodukte in der Zubereitung. Auch hier spielen eure Aktivitäten eine Rolle. Kommt Wasser ins Spiel oder geht ihr sportlichen Aktivitäten nach, bei denen ihr stark schwitzt, sollte der Sonnenschutz auf jeden Fall wasserfest sein. Für eine Sightseeingtour in der Stadt, eine entspannte Wanderung oder lockere Radrunde, reicht ein normaler Sonnenschutz.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der kosmetische Hauttyp. Neigt ihr zu Allergien, habt ihr trockene Haut, Mischhaut oder eher fettige Haut, sollte ein Sonnenschutzprodukt auch dazu passen. Es gibt Gele, Cremes und Lotionen, mit oder ohne pflegende Komponenten.

Ferner werden chemische und physikalische Lichtschutzfilter im Markt angeboten. Die chemischen Filter nehmen die Energie aus der Sonnenstrahlung auf und machen sie quasi für die Haut unschädlich. Bei den physikalischen Filtern handelt es sich um kleine Partikel, die wie ein Spiegel die Sonnenstrahlen von der Haut wegreflektieren. Physikalische Filter haben den Nachteil, dass sie je nach Art und Zubereitung einen weißlichen, leicht sichtbaren Film auf der Haut hinterlassen können. Am Strand mag das weniger stören, beim Stadtbummel ist es vielleicht nicht so schön.

Viele Hersteller geben inzwischen recht übersichtlich an, welche Eigenschaften ihre Produkte besitzen und für wen sie geeignet sind. Dennoch möchte ich euch ans Herz legen, euch beraten zu lassen. Schnell kann der Griff zum falschen Produkt unangenehme Folgen haben. Kompetente Ansprechpartner findet ihr in eurer Apotheke vor Ort.

Mein Tipp: Auch über die Ernährung kann man etwas für den Sonnenschutz tun. Carotinoide, die roten und gelben Farbstoffe in verschiedenen Gemüsesorten wie Tomaten, Paprika und Möhren, wirken in der Netzhaut des Auges und in der Haut als Schutz vor freien Radikalen, die durch die UV-Strahlen der Sonne entstehen.

Herzlichst euer Apotheker Andreas Binninger

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