Warum Sport uns langsamer altern lässt

4. September 2017 | Sport | Ohne Kommentare

Es gibt einen Ausspruch, der lautet: „20 Jahre 40 sein“. In der Tat lässt sich immer wieder beobachten, dass Menschen unterschiedlich altern. Eine Studie in Neuseeland konnte hierzu mit gleichwohl beeindruckenden wie auch erschreckenden Zahlen aufwarten. Über 1000 Menschen der Stadt Dunedin wurden von ihrer Geburt 1972/1973 an bis zu ihrem 38. Lebensjahr regelmäßig untersucht. Das biologische Alter der auf dem Papier 38-Jährigen schwankte von 28 bis 61! Bemessen wurde das biologische Alter anhand von 18 verschiedenen Biomarkern, wie z. B. Blutwerten. Ferner wurden u. a. die körperliche Fitness sowie geistige Fähigkeiten bewertet. Bereits bei jungen gesunden Menschen veränderten sich die Biomarker altersabhängig unerwartet deutlich.

Auf der Suche nach dem Geheimnis des Alterns wird in den vergangenen Jahren verstärkt Telomerforschung betrieben. Als Telomere bezeichnet man die Enden der Chromosomen, den Trägern unserer Erbanlagen. Die Telomere sind für ihre Stabilität verantwortlich und verkürzen sich bei jeder Zellteilung. Sobald eine kritische Länge unterschritten wird, führt dies unweigerlich zum Zelltod. Ein körpereigenes Enzym, die Telomerase, kann die Telomere wieder verlängern und damit diesen Zellalterungsprozess ausbremsen. Wie gut die Reparatur durch dieses Enzym funktioniert, hängt maßgeblich auch von den Lebensumständen ab, wie einige neuere Forschungen nahe legen. Unterschiedliches Altern, hängt also unter anderem auch mit der Regeneration der Telomere zusammen.

Stress und ungesunde Lebensweise erhöhen die Teilungsrate zahlreicher Zellen in unserem Körper und damit auch die telomerabhängige Alterung. Also immer gesund und ohne Stress zu leben, wäre natürlich ideal. Aber wer schafft das schon. Trotzdem lässt sich anscheinend etwas gegen den Alterungsprozess machen. Denn während man zu Beginn der Telomerforschung bezweifelte, dass man Telomere aktiv wieder verlängern kann, deuten aktuellere Forschungsergebnisse darauf hin, dass regelmäßiger Sport einen regenerativen Einfluss auf die Telomerlänge hat. Besonders vorteilhaft scheinen in diesem Zusammenhang Ausdauersportarten zu sein.

 

Weitere positive Effekte des Sports, die die Folgen des Alterns abmildern sind:

  • Erhalt der Muskulatur und Knochenstruktur
  • Verbesserte Durchblutung und Sauerstoffversorgung von Herz, Lunge und Geweben
  • Ein stärkeres Immunsystem
  • Ein verbesserter Stoffwechsel

 

Unser Tipp: Als Gesundheitsberufler werden wir jeden Tag mit Menschen konfrontiert, die trotz gleichen Alters sehr unterschiedlich fit und gesund sind. Etliche Studien und unsere eigenen Erfahrungen mit Patienten zeigen, um seinen Lebensstil zu ändern und damit etwas für die Verbesserung der eigenen Gesundheit zu tun, ist man nie zu alt und ist es nie zu spät. Ideal sind Laufen, Radfahren, Schwimmen und regelmäßiges Krafttraining. Am besten nicht lange warten, sondern gleich heute noch anfangen.

 

Herzlichst

Andreas Binninger & Dennis Gülden ApoPhysio oHG www.apophysio.de

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