Sommerhitze - Tipps bei Venenschwäche

4. Juni 2018 | Expertentipp | Ohne Kommentare

Habt ihr abends müde Beine, sind die Unterschenkel oder Fußgelenke leicht geschwollen? Dann könnte das ein Hinweis auf eine Venenschwäche sein. Besonders bei Wärme leiden mehr Menschen unter diesen Beschwerden. Frauen sind öfter betroffen, als Männer. Neben einer familiären Veranlagung, spielen auch zunehmendes Alter, Übergewicht sowie überwiegend sitzende oder stehende Tätigkeiten als Risikofaktor eine Rolle.

Die in der Haut sichtbaren oder tastbaren sogenannten Krampfadern, können ebenfalls ein Indiz für eine Venenschwäche sein. Bei leichten Formen sind sie zunächst eher ein kosmetisches Problem, sollten aber nicht verharmlost werden. In fortgeschrittenen Stadien können sie sich nämlich zum Beispiel entzünden. Die tief liegenden Venen durchziehen vielfach die Muskulatur und das hat einen guten Grund. Spannen wir unsere Muskeln an, werden die Venen dabei zusammengepresst. Das fördert den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Damit das Blut nicht wieder in die Extremitäten zurückfließt, befinden sich in den Venen Klappen, die wie ein Ventil dafür sorgen, dass das Blut in die richtige Richtung fließt. Ein Nachlassen dieser Klappenfunktion gehört zu den möglichen Ursachen der Venenschwäche. Ferner Bindegewebsschwäche und Herzerkrankungen. Eine mangelnde Funktion tief liegender Venen könnt ihr selber nicht erkennen.

Grundsätzlich gilt, bei Verdacht auf eine Venenschwäche aufgrund von Krampfadern, der o.g. Schwellungen oder unklaren Schmerzen in den Beinen, sucht bitte einen Arzt auf!

Zur Vorbeugung von Venenerkrankungen bei bekannter erblicher Veranlagung oder zur begleitenden Therapie nach Diagnosestellung durch einen Arzt, haben sich verschiedene Maßnahmen und Präparate bewährt, von denen ich euch nachfolgend ein paar vorstellen möchte:

- Nicht nur erfrischend und angenehm bei großer Hitze, ist Wassertreten. Vielleicht kennt der eine oder andere von euch die Kneippbecken aus Kurorten. Man schreitet in Wasser, das nicht höher als bis zum Knie reichen und nicht wärmer als 18 Grad sein sollte. Hierdurch wird die Durchblutung angeregt, die oberflächlichen Blutgefäße ziehen sich durch die Kälte zusammen und die Venenfunktion wird gestärkt. Für das Wassertreten benötigt ihr kein Kneippbecken. Es geht auch am Rand in einem See, in einem Bachlauf oder zuhause in der Badewanne. Ihr stellt euch in das Wasser und schreitet auf der Stelle. Dabei wird abwechselnd immer ein Bein komplett aus dem Wasser gehoben, so lange, bis der Kältereiz unangenehm wird. Danach das Wasser nur abstreifen und sich bewegen oder etwas Fuß-/Beingymnastik machen, bis die Füße sich wieder warm anfühlen.

- Regelmäßig Sport treiben kräftigt ebenfalls die Venenfunktion in den Beinen. Besonders gut geeignet sind Laufen, Walken und Radfahren. In der heißen Jahreszeit am besten in den kühleren Morgen- oder Abendstunden. Im Alltag solltet ihr öfter mal die Treppe nehmen, statt des Aufzugs und so oft wie möglich eure Erledigungen oder vielleicht sogar den Weg zur Arbeit zu Fuß oder mit dem Rad tätigen. Dann habt ihr euch schon gleich sportlich betätigt.

- Nicht nur eine gezielte Belastung, auch Entlastung gehört zu einem guten Vorsorgeprogramm. Nach dem Sport dürft ihr gerne die Beine hochlegen. Das Gleiche gilt, wenn ihr den ganzen Tag stehen oder sitzen müsst. Das Hochlegen der Beine erleichtert den Rückfluss des Blutes und hilft, Schwellungen abzubauen.

- Ein sehr gutes Hilfsmittel gegen das Anschwellen der Beine und Fußgelenke sind Stütz- und Kompressionsstrümpfe. Vor allem jüngere Patienten haben oft Scheu davor, weil sie sie als unattraktiv empfinden. Doch das Bild hat sich längst gewandelt. In der Apotheke bekommt ihr Strümpfe in den unterschiedlichsten Farben und feiner Ausführung, die sich unauffällig und auch bei Wärme unter einer luftigen Hose noch gut tragen lassen. Auch für Sportler bietet der Handel seit einigen Jahren Kompressionsstrümpfe an. Diese sind robuster gearbeitet und inzwischen auch in poppigen Farben erhältlich.

- Medikamentöse Unterstützung findet ihr in der Apotheke in Form von Extrakten aus rotem Weinlaub oder Rosskastanie. Die Inhaltsstoffe dieser Heilpflanzen wirken abdichtend auf die Innenwand der Venen und verringern dadurch den Austritt von Wasser aus dem Blut in das umliegende Gewebe. Die Extrakte werden als Salben zur Behandlung von Besenreisern und Krampfadern angeboten. Für die tief liegenden Venen stehen Tabletten zur Verfügung. Studien haben gezeigt, dass mit der Einnahme der Extrakte ähnliche Ergebnisse erzielt werden können, wie mit Kompressionsstrümpfen der Klasse I bis II. Trotzdem auch hier nochmal der Hinweis, bitte eine Selbstmedikation nur unter Ausschluss schwerwiegenderer Erkrankungen durch einen Arzt vorzunehmen.

- Weniger medizinisch wirksam aber angenehm erfrischend bei müden, schweren und brennenden Beinen, sind kühlende Einreibungen mit zum Beispiel Minze oder Latschenkiefer. Auch hierzu findet ihr verschiedene Produkte in eurer Apotheke vor Ort.

Alles Liebe und bleibt sportgesund!

Euer Apotheker Andreas Binninger

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