In vielen Lebensmitteln weniger als vermutet: Calcium

23. Oktober 2017 | Expertentipp | Ohne Kommentare

Von allen Mineralien, die in unserem Körper enthalten sind, ist Calcium der Menge nach das wichtigste. Als Baustein der Knochen ist es jedem ein Begriff. Und in der Tat finden wir den größten Teil auch in den Knochen, die neben ihrer Stützfunktion zugleich eine Depotfunktion für das Calcium haben. Denn Calcium ist an zahlreichen lebensnotwendigen Stoffwechselvorgängen in unserem Organismus beteiligt. Es spielt u. a. eine Rolle bei der Erregung des Herzens, ist an der Kontraktion der Muskeln beteiligt, an der Reizübertragung der Nervenzellen und bei der Blutgerinnung. Ein Aspekt, der kaum jemandem bekannt ist, ist, dass auch ein Calciummangel zu Muskelkrämpfen führen kann, ähnlich wie wir es auch vom Magnesiummangel kennen.

Führen wir zu wenig Calcium mit der Ernährung zu uns, stellt unser Körper Calcium aus den Knochen bereit. Bei dauerhafter Unterversorgung, führt das zu einem merklichen Abbau von Knochenmasse und einer Schwächung unseres Skeletts.

Obwohl Calcium so wichtig für uns ist, nehmen nach statistischen Erhebungen mehr als die Hälfte der erwachsenen deutschen Bevölkerung nicht die täglich empfohlene Menge von 1.000 mg Calcium zu sich. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Calcium in vielen Lebensmitteln geringer enthalten ist, als man es aufgrund seiner Bedeutung erwarten würde. Beispielsweise enthält Fleisch nur durchschnittlich 10mg des Minerals bezogen auf 100 g. Bei Fisch, Getreideprodukten sowie vielen Obst- und Gemüsesorten reicht die Spannbreite im Durchschnitt von etwa 20 mg bis 50 mg je 100 g Lebensmittel. Hervorragende Calciumlieferanten sind weiße Bohnen, Brokkoli, Spinat, Joghurt und Vollmilch mit über 100 mg Calcium je 100 g. Absolute Spitze sind der im Winter beliebte Grünkohl mit fast 200 mg und verschiedene Käsesorten, die zwischen 500 und 1.000 mg Calcium liefern können.

Ein weitere natürliche Calciumquelle, die viele Menschen als Calciumlieferant nicht auf dem Plan haben, ist Wasser. Der Gehalt schwankt allerdings erheblich. Er kann je nach Wassersorte von wenigen Milligramm bis zu knapp 500 mg Calcium je Liter reichen und unser Körper kann Calcium aus organischen Quellen besser verwerten, als aus Wasser.

Calciummangel droht also insbesondere bei sehr einseitiger Ernährung mit calciumarmen Lebensmitteln, bei Diäten und Verwendung calciumarmen Wassers. Darüber hinaus geht Calcium durch starkes Schwitzen, z. B. beim Sport, verloren.

 

Mein Tipp: Achtet beim Wassereinkauf auf einen möglichst hohen Calciumgehalt von wenigstens 150 mg pro Liter. Wenn ihr Leitungswasser verwendet, erkundigt euch bei eurem Wasserversorger nach dem Calciumgehalt des Wassers. Auch bei Diätprodukten und Nährmitteln solltet ihr auf einen ausreichenden Calciumgehalt achten. Gut geeignet zur Ergänzung des täglichen Bedarfs sind Präparate mit organischen Calciumverbindungen, z. B. Calciumcitrat, -gluconat oder -lactat. Lasst euch am besten vom Apotheker eures Vertrauens vor Ort beraten.

 

Herzlichst euer Apotheker Andreas Binninger

ApoPhysio oHG Andreas Binninger & Dennis Gülden www.apophysio.de

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