Die PECH-Regel, richtig verhalten bei Sportunfällen

7. Mai 2018 | Expertentipp | Ohne Kommentare

Sport ist Spaß, Lebensfreude und hält uns gesund. Doch leider bleibt es nicht aus, dass wir dabei auch einmal einen Unfall erleiden können. Zu den häufigsten Akutgeschehnissen im Sport gehören Verstauchungen der Gelenke, Prellungen, Zerrungen und Muskelfaserrisse.

Wie ihr euch im Falle eines Falles am besten verhalten solltet, sagt euch die PECH-Regel.
Weil ein Sportunfall Pech bedeutet, hat sich dieser Begriff als Merkhilfe für die wichtigsten Sofortmaßnahmen eingebürgert. Dahinter steckt eine Abkürzung für die Worte Pause, Eis, Kompression (Compression) und Hochlagern.

Die erste sinnvolle Maßnahme ist die Pause. Das heißt, nach einem Unfall keinesfalls weitermachen, um die Beschwerden nicht zu verschlimmern. Das gilt nicht nur für offensichtliche Unfälle, wie z.B. das Umknicken mit einem Fuß, sondern für jeden Fall akut auftretender, starker Schmerzen, wie Gelenk- oder Muskelschmerzen. Es ist zwar bitter, wenn solche Beschwerden bei einem Sportereignis auftreten, auf dass man sich sehr gefreut und vielleicht auch lange vorbereitet hat, aber der Heilungsprozess und die Zeit bis ihr wieder Sport machen könnt, dauern nur umso länger, wenn die Schäden durch Weitermachen größer werden.

Die zweite Maßnahme Eis bedeutet Kühlen. Im Idealfall hat man ein Eisspray oder eine Kältekompresse zur Hand, um die betroffene Körperpartie zu kühlen. Das Kühlen reduziert die Gefahr von Schwellungen und Blutergüssen und lindert die Schmerzen. Bei Sportveranstaltungen könnt ihr euch an anwesendes Erstehilfepersonal wenden, das ggf. über Kompressen oder Sprays verfügt. Auch im Sportstudio sollte man euch aushelfen können. Ist beides nicht vorhanden oder seid ihr alleine draußen unterwegs, schaut, ob ihr kaltes Wasser findet. Das kann z.B. ein Bach, ein See, ein Wasserspender oder eine Quelle sein. Im Studio oder einer anderen Sportstätte ein Wasserhahn oder eine Dusche. Haltet das betroffene Körperteil ein paar Minuten in oder unter das Wasser. Alternativ könnt ihr auch ein Tuch mit kaltem Wasser tränken und auflegen.

Die dritte Maßnahme, Kompression, reduziert ebenfalls Schwellungen. Starke Schwellungen sind nicht nur schmerzhaft, sondern erhöhen auch die Bewegungseinschränkung. Eine Kompression erfolgt mit elastischen Bandagen. Das ist natürlich nicht an allen Körperstellen möglich. In erster Linie betrifft diese Maßnahme die Gliedmaßen, also die Arme, Beine und zugehörigen Gelenke. In vielen Fällen werdet ihr wahrscheinlich nicht gleich eine Bandage zur Verfügung haben. Schaut aber, dass ihr baldmöglichst nach dem Unfall diese Maßnahme umsetzt. Egal ob Fußgelenk, Wade oder eine andere Stelle, gewickelt werden sollte eine Bandage immer von der entferntesten Stelle zum Herzen hin. Also z.B. am Mittelfuß oder unten an der Wade anfangen und dann nach oben wickeln. Die Bandage sollte straff sitzen, unten ein wenig fester als oben, aber nicht den Blutfluss einschränken. Tritt ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl auf oder wird die Haut dunkler (durch gestautes Blut), solltet ihr die Bandage entfernen und neu lockerer wickeln. Eine Bandage unterstützt ferner die Gelenke und gibt ihnen nach einer Stauchung mehr Halt.

Das Hochlagern, die vierte Maßnahme, könnt ihr auch am Ort des Geschehens schon vornehmen, sofern ihr euch dort erstmal noch aufhalten könnt und wollt. Das macht auch Sinn ohne Kompression. Hierbei geht es ebenfalls in erster Linie um die Gliedmaßen, also das Hochlagern von Beinen oder Armen. Die Muskulatur und/oder das betroffene Gelenk wird so entlastet und das Blut fließt mit weniger Druck in das geschädigte Gebiet, was ebenfalls Schwellungen reduziert. Das Hochlagern könnt ihr auch gut mit dem Kühlen verbinden, wenn ihr eine Kompresse oder ein nasses Tuch nutzt. Zuhause angekommen solltet ihr so oft wie möglich mit der erhöhten Lagerung weitermachen und euch schonen. Bei Prellungen am Körperstamm oder z.B. dem Schultergelenk funktioniert die Hochlagerung nicht. Hierbei ist jedoch eine entspannte Liegeposition auf einer weicheren Unterlage wie einem Kissen anzuraten, um eurem Körper schmerzarm Ruhe zu gönnen.

Alles Liebe und bleibt sportgesund!

Euer Apotheker Andreas Binninger

ApoPhysio oHG Andreas Binninger & Dennis Gülden

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.