Anis und Fenchel für mehr Wohlbefinden

28. August 2017 | Expertentipp | Ohne Kommentare

Die einjährige Pflanze Pimpinella Anisum und die mehrjährige Pflanze Foeniculum vulgare, gehören wie der Kümmel zur Familie der Doldenblüter. Typisch sind die kleinen, einsamigen, hartschaligen Früchte, die äußerlich eine Rippenstruktur aufweisen. Anis- und Fenchelfrüchte sind reich an ätherischen Ölen, von denen sich ein Großteil in den Rippen der Früchte befindet. Ihre Verwendung als Gewürz und gegen verschiedene Gesundheitsstörungen, reicht weit in die Antike zurück. Will man, dass sich die Aromen und Wirkungen optimal entfalten, sollte man die Früchte kurz vor der Verwendung anstoßen, damit die ätherischen Öle leichter austreten.

Anis schmeckt süßlicher, als der etwas herbere Fenchel, weshalb er gerne in Backwaren und Spirituosen verwendet wird. Sein Hauptinhaltsstoff Anethol regt die Bewegung der Flimmerhärchen in den Bronchien an. Dadurch wirkt er schleimlösend bei Bronchialerkrankungen. Weitere, für viele Pflanzen mit ätherischen Ölen typische Eigenschaften des Anis sind krampflösende, verdauungsfördernde, entblähende, antibakterielle und antientzündliche.

Fenchel ähnelt dem Anis in seinen Eigenschaften und im Geschmack da er ebenfalls einen hohen Anteil Anethol in seinem ätherischen Öl aufweist. Wobei hier noch einmal unterschieden wird in süßen Fenchel, mit Anethol-Anteilen von über 80 % im ätherischen Öl, und bitteren Fenchel, mit Anethol-Anteilen von 30 bis maximal 75%. Die blähungstreibende Wirkung des Fenchels ist stärker ausgeprägt, als die des Anis, die schleimlösende ist vergleichbar. Ein uraltes Rezept bei Husten ist der sogenannte Fenchelhonig, eine sirupartige Zubereitung aus Fenchel und Honig.

Mein Tipp: Viele Menschen klagen heutzutage über Beschwerden im Magen-Darmbereich, wie Völlegefühl, Blähungen, saurem Aufstoßen und Krämpfen. Die Ursachen können recht unterschiedlich sein. Verzehr von Fast Food, zu schnelles und hektisches Essen, Verzehr von Hülsenfrüchten, etc. Wenn Sie unter solchen Beschwerden leiden, trinken Sie doch mal regelmäßig Kräutertees, die Anis und Fenchel enthalten, zum Essen. Seit es seit ein paar Jahren wieder einen Trend in Richtung Kräutertee gibt, sind zahlreiche Teemischungen mit Anis und/oder Fenchel entstanden, die geschmacklich angenehm und spannend sind. Natürlich gibt es auch immer noch den Klassiker „Anis, Fenchel, Kümmel“, der neben reinem Fencheltee weiterhin gerne für Kleinkinder und Säuglinge eingesetzt wird. Am besten lassen Sie sich beim nächsten Besuch in Ihrer Apotheke vor Ort einmal zeigen, welche Vielfalt es inzwischen gibt.

Herzlichst Ihr Apotheker Andreas Binninger

ApoPhysio oHG Andreas Binninger & Dennis Gülden www.apophysio.de

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