Lemongras

Lemongras (Westindisches Zitronengras) ist eine immergrüne, in Asien beheimatete Pflanze. Sie gehört zur Familie der Süßgräser, wächst krautig in Höhen von bis zu zwei Metern und bildet lange, schmale, spröde, hellgrüne Halme. Die Halme enthalten ätherisches Öl mit zahlreichen Komponenten; u.a. Cineol, Pinen, Citronellol, Limonen, Isovaleriansäure und Geraniol. Lemongras ist vielen vor allem bekannt als Gewürz in der asiatischen Küche. Wegen seines frisch zitronigen Geruchs und Geschmacks ist es jedoch auch ein beliebter Rohstofflieferant für die Parfümerie, als Aromazusatz in der Lebensmittelindustrie und als Bestandteil von Teemischungen.

Bei uns in Europa hat das Zitronengras keine große Bedeutung als Heilpflanze. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe, die wir auch in zahlreichen anderen Pflanzen mit ätherischen Ölen finden, können ihm jedoch verschiedene gesundheitsfördernde und heilende Eigenschaften zugeschrieben werden. Es wirkt als Teeaufguss leicht antientzündlich und schmerzlindernd, verdauungsfördernd, appetitanregend, leicht antibakteriell und beruhigend. Das aus den Halmen gewonnene ätherische Öl kann äußerlich als durchblutungsfördernde Einreibung bei Muskelbeschwerden und Schmerzen des Bewegungsapparates sowie als insektenabwehrendes Mittel eingesetzt werden. Innerlich hilft das Öl bei krampfartigen Beschwerden des Magen-/Darmtraktes.

Mein Tipp: Gegen die vorgenannten Beschwerden bietet der europäische Arzneipflanzenschatz zahlreiche Tees und Teemischungen, die gut helfen. Wer jedoch ein bisschen geschmackliche Abwechslung sucht, sollte unbedingt einmal Lemongras versuchen. Gerade für die bevorstehende Sommerzeit ist der Geschmack des Grases eine herrlich frische Alternative zu den Klassikern. Ihr bekommt es einzeln oder gleich fertig gemischt in eurer Apotheke vor Ort oder könnt euch von eurem Apotheker eine ganz individuelle Teemischung mit Zitronengras herstellen lassen. Lasst euch am besten persönlich beraten.

Alles Liebe und bleibt sportgesund!

Euer Apotheker Andreas Binninger

ApoPhysio oHG Andreas Binninger & Dennis Gülden

Bogenschießen mit dem Theraband

Der Frühsommer macht gerade eine kleine Pause. Deshalb gibt es heute mal wieder eine Übung mit dem Theraband von uns, die ihr überall problemlos ausführen könnt. Auf der Arbeit, zu Hause oder im Urlaub. Das Thera- oder auch Fitnessband ist das kleinste, leichteste und vielseitigste Trainingstool, das wir kennen. Quasi ein Fitnessstudio für die Westentasche. Die Übung Bogenschießen eignet sich gut, um die Schulter- und Oberarmmuskulatur zu kräftigen.

Ausgangsstellung

- Ihr steht in leichter Schrittstellung, das linke Bein ist vorne.
- Die linke Fußspitze zeigt gerade nach vorne, die rechte zur Seite.
- Den linken Arm streckt ihr etwa waagerecht nach vorne; die linke Hand hält das eine Ende des Bandes fest.
- Den rechten Arm winkelt ihr an und haltet ihn etwa waagerecht vor eurem Oberkörper. Mit der rechten Hand haltet ihr das andere Ende des Bandes so, dass es eine leichte Vorspannung hat.

Ausführung

- Zieht jetzt den rechten Arm langsam nach hinten, als wenn ihr die Sehne eines Bogens spannen würdet, wie beim richtigen Bogenschießen.
- In der Endposition befinden sich beide Oberarme in etwa auf einer Linie mit den Schultern, der rechte Arm bleibt angewinkelt, der linke gestreckt.
- Bewegt nun den rechten Arm langsam wieder in die Ausgangsstellung zurück.
- Diesen Bewegungsablauf macht ihr insgesamt zehnmal, danach wechselt ihr die Seite.
- Lockert anschließend eure Arme und macht weitere zwei Sätze á zehn Zügen auf jeder Seite.

Viel Spaß und bleibt sportgesund!

Andreas & Dennis

ApoPhysio oHG www.apophysio.de

„Gute“ und „schlechte“ Kohlenhydrate

Wir haben bereits in früheren Artikeln das Thema Kohlenhydrate behandelt und besprochen, dass der übermäßige Verzehr von Kohlenhydraten bei vielen Menschen eine wesentliche Rolle für ihr Übergewicht spielt. Jedoch wäre es verkehrt, alle Kohlenhydrate grundsätzlich als negativ zu betrachten. Es gibt wesentliche Unterschiede, mit denen wir uns heute beschäftigen wollen.

Kohlenhydrate sind in der Natur weit verbreitet. Es ist ein Sammelbegriff für verschiedene Zuckerarten, die aus unterschiedlichen Zuckermolekülen bestehen. Es gibt Einfach-, Zweifach- und Vielfachzucker. Die bekanntesten Einfachzucker, aus nur einem Zuckermolekül bestehend, sind Traubenzucker (Glucose) und Fructose. Zu den Zweifachzuckern, die aus zwei Zuckermolekülen zusammengesetzt sind, gehören u.a. Saccharose (der Haushaltszucker) und Lactose (der Milchzucker). Der für die menschliche Grundernährung wichtigste Zucker, der aus vielen Molekülen besteht, ist die Stärke, die im Gegensatz zu den Einfach- und Zweifachzuckern nicht süß schmeckt.

Für den Energiestoffwechsel benötigen wir in unserem Körper Glucose. Wir finden sie in allen Zellen und im Blut. Die Aufnahme in den Körper erfolgt im Dünndarm über aktive Transportmechanismen. Von allen Zuckern wird Glucose daher am schnellsten in das Blut aufgenommen. Die Zwei- und Mehrfachzucker müssen erst im Darm im Wege der Verdauung gespalten werden. Beim Haushaltszucker geschieht das recht schnell, weshalb auch diese Zuckerart wie die Glucose den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lässt. Ein schneller und starker Anstieg von Glucose kann aber wiederum eine hohe Insulinausschüttung verursachen, die für den typischen Nachhunger nach vor allem stark zuckerhaltigen Mahlzeiten verantwortlich gemacht wird.

Zur Beurteilung wie hoch ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt, kann man den sogenannten glykämischen Index zu Rate ziehen. Als Referenzwert dient Glucose, die zu hundert Prozent angesetzt wird. Ein glykämischer Index (GI) von 70 für ein bestimmtes Lebensmittel bedeutet dann z.B., dass der Blutzuckeranstieg durch dieses Lebensmittel 70% des Wertes von Glucose ausmacht. GI-Werte von über 70 gelten als hoch. Sie werden z.B. von Cornflakes, Weißbrot und Hirse erreicht. Ein GI von 50 bis 70 wird als mittel bewertet. In diesem Bereich finden wir z.B. einige Obstsorten, Müsli, Reis und Vollkornbrot. Niedrige GI-Werte unterhalb von 50 haben u.a. verschiedene Milchprodukte, weitere Obst- und Gemüsesorten und Vollkornspaghetti. Auf Basis des glykämischen Indexes begründete Michel Montignac in den 1980er Jahren eine Ernährungsform, die zur Gewichtsreduktion sowie Vorbeugung von Übergewicht und Diabetes in vielerlei Hinsicht geeignet scheint. Allerdings zeigt sich bei der Ermittlung des GI eine Schwäche. Er berücksichtigt nicht die Menge der in der Realität verzehrten Kohlenhydratmengen, weshalb der GI um die Ermittlung der glykämischen Last (GL) erweitert wurde. Während zur Ermittlung des GI so viel eines Lebensmittels verzehrt werden muss, dass eine exakte Menge Kohlenhydrate verzehrt wird, betrachtet man beim GL, wie viele Kohlenhydrate tatsächlich in Lebensmitteln bei gleicher Menge enthalten sind. So kann es vorkommen, dass ein Lebensmittel mit einem höheren glykämischen Index trotzdem eine deutlich geringere Kohlenhydratbelastung darstellt, weil viel weniger drin sind.

Mein Tipp: Grundsätzlich kann man vereinfacht sagen, dass „schlechte“ Kohlenhydrate solche sind, die den Blutzuckerspiegel schnell und/oder stark ansteigen lassen. Solche Lebensmittel sollte man nur mit Zurückhaltung zu sich nehmen. Dazu gehören natürlich ganz besonders sämtliche Süßwaren und Weißmehlprodukte. „Gute“ Kohlenhydrate sind solche, mit denen unser Körper erst einmal Arbeit hat und sie im Verdauungstrakt freisetzen muss. Sie lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen. Hier sind z.B. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und gekochte Kartoffeln zu nennen. Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, findet im Internet einfache Lebensmittel-Tabellen zum GI und zur GL. Ausführlichere Tabellen bekommt ihr im Buchhandel.

Alles Liebe und bleibt sportgesund!

Euer Apotheker Andreas Binninger

ApoPhysio oHG Andreas Binninger & Dennis Gülden www.apophysio.de

Sportübung: Einbeinige Hocke

Nachdem wir uns in der vergangenen Woche eine Übung zum Dehnen der Oberschenkelinnenseiten angeschaut haben, geht es heute weiter mit einer Übung zur Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur. Bei der heutigen Übung spielen neben Kraft auch Muskelkoordination und Gleichgewichtssinn eine große Rolle.

Ausgangsstellung

- Ihr steht locker schulterbreit, die Hände leicht in die Hüften gestützt.

Ausführung

- Ihr hebt den rechten Unterschenkel und führt ihn vor den linken Oberschenkel.
- Nun beugt ihr langsam(!) das linke Knie und geht so tief ihr könnt in eine einbeinige Hocke. Der rechte Unterschenkel liegt dabei auf dem linken Oberschenkel.
- In der Endposition verharrt ihr fünf Sekunden lang.
- Danach bewegt ihr euch langsam wieder nach oben und begebt euch zurück in den schulterbreiten Stand.
- Wiederholt die Übung nun auf der linken Seite.
- Nach fünf Ausführungen auf beiden Seiten lockert ihr die Oberschenkel durch Ausschütteln.
- Anschließend folgen zwei weitere Sätze á fünf Beugen auf jeder Seite.

Mit dieser Übung kräftigt ihr die Strecker im Oberschenkel. Darüber hinaus ist eine Vielzahl kleinerer Muskeln insbesondere in Fuß und Fußgelenk gefordert. Für die Stabilität in diesem Einbeinstand, müssen diese Muskeln nämlich nicht nur kräftig genug sein, sondern auch koordinativ gut zusammenarbeiten, um das Gleichgewicht halten zu können. Neben der Kräftigung ist diese Übung deshalb auch ein Lernprozess für die Muskeln, der vor größeren Schäden bei versehentlichem Umknicken bewahren kann.

Wenn ihr Kniebeschwerden habt, solltet ihr ggf. auf die Übung ganz verzichten oder das Standbein nur leicht anwinkeln. Grundsätzlich gilt aber immer, bei Schmerzen im Gelenk bitte sofort abbrechen und nicht wiederholen.

Viel Spaß und bleibt sportgesund!

Andreas & Dennis ApoPhysio oHG www.apophysio.de