Brennessel

Brennnesselblätter

Wohl kaum einer, der sich in der freien Natur bewegt, kennt sie nicht, die als Unkraut wachsenden Brennnesseln. Die meisten werden sie eher mit unangenehmen Erfahrungen in Verbindung bringen, nämlich dem Brennen in der Haut, das schon von einem leichten Vorbeistreifen an den Blättern ausgelöst wird und den Pflanzen unseren hiesigen Namen gegeben hat. Verursacht werden diese Beschwerden durch die Stoffe Acetylcholin und Histamin, die von auf den Blättern sitzenden Brennhaaren wie durch kleine Nadeln in die Haut injiziert werden. Doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Denn die Brennnesseln sind ein wunderbares Heilkraut und ihre „abschreckende“ Wirkung verlieren sie, sobald sie getrocknet sind oder wenn die frischen Blätter mit heißem Wasser zur Bereitung eines Tees übergossen werden. Auch als Wildgemüse sind gedünstete Brennnesseln ein sehr gesundes Gericht.

Die mehrjährig wachsenden Pflanzen enthalten verschiedene Substanzen, die für ihre arzneiliche Wirkung verantwortlich sind. Darunter Kieselsäure und sogenannte Phenole, wie Kaffee- und Chlorogensäure. Heilkräuter mit einem hohen Kieselsäuregehalt wirken leicht harntreibend. Brennnesselblätter finden sich deshalb gerne in verschiedenen Teemischungen für diese Indikation. Sie gehören auch in der traditionellen Kräuterheilkunde zu den typischen Kräutern für die „blutreinigenden“ Frühjahrskuren. Wobei blutreinigend eben nichts anderes meint, als dass die Ausscheidung u.a. über die Nieren angeregt wird.

Die phenolischen Wirkstoffe werden für leicht schmerzstillende und antientzündliche Wirkungen verantwortlich gemacht. Tees und Extrakte aus Brennnesselblättern haben sich aufgrund dessen in der unterstützenden Behandlung von Arthritis und rheumatischen Erkrankungen bewährt. Unter Umständen kann die Gabe dieser pflanzlichen Medikamente sogar die Gabe chemischer Arzneistoffe reduzieren. Auch bei Harnwegsentzündungen sind Brennesselkräuter geeignet, gelten hier allerdings eher als zweite Wahl, da andere Heilkräuter dafür besser geeignet sind.

Mein Tipp:

Gerade jetzt zur Fastenzeit sind Wellness-Tees mit Brennnesseln sehr beliebt. Eine Auswahl findet ihr auch in eurer Apotheke vor Ort. Wegen ihrer harntreibenden Wirkung sind Brennnesseln jedoch nicht für jeden geeignet. Einschränkungen gelten insbesondere für Patienten mit chronischen Erkrankungen, die bereits entwässernde Mittel einnehmen oder Patienten mit Nierenschäden. Lasst euch hier am besten persönlich vom Apotheker eures Vertrauens beraten. Bei entzündlichen Erkrankungen, die bereits ärztlich behandelt werden, sollte die bestehende Medikation bei der Verwendung von Brennnesselpräparaten nicht eigenmächtig reduziert werden, sondern nur in Absprache mit dem Arzt. Bei leichten, nicht ärztlich behandlungsbedürftigen Entzündungen, zum Beispiel durch sportliche Aktivitäten, können Brennnesseln auch in der Selbstmedikation eingesetzt werden.

Herzlichst euer Apotheker Andreas Binninger
ApoPhysio oHG Andreas Binninger & Dennis Gülden www.apophysio.de

Hilfe bei Schnupfen

Winterzeit ist Erkältungszeit. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten steigen die Infekte deutlich an. Symptome wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen betreffen sehr viele Menschen. Neben körperlicher Schonung und ausreichend Schlaf, gehört auch der unbedingte Verzicht auf Sport zum Genesungsprozess. Lediglich bei einem leichten(!) Schnupfen kann man ein wenig Sport befürworten. Sollten die Symptome längere Zeit bestehen bleiben oder kommt Fieber an mehr als zwei Tagen hinzu, empfiehlt es sich auf jeden Fall einen Arzt zur Abklärung aufzusuchen. Zu den häufigsten Erkältungsbeschwerden zählen die Infekte der oberen Luftwege, dazu zählen die Nase und die Nasennebenhöhlen.

 

Heute zeigen wir euch einige einfache Handgriffe, mit denen ihr euch etwas Erleichterung bei Beschwerden im Nasen- und Nasennebenhöhlenbereich verschaffen könnt.

 

1. Handgriff 

Ihr liegt bequem auf dem Rücken.

Eure Hände legt ihr auf euer Gesicht, die Fingerspitzen zueinander gerichtet.

Die Zeigefinger liegen auf Höhe der Augenbrauen, die Mittelfinger etwas unter den Augen.

Die Ringfinger liegen auf Höhe der Jochbeine (Wangenknochen) und die kleinen Finger auf Höhe des Oberkiefers.

Nun drückt ihr beide Hände mit leichtem Druck etwas mehr auf euer Gesicht und zieht
gleichzeitig die Hände auseinander, ohne den Kontakt zum Gesicht zu verlieren.

Dies haltet ihr 30 Sekunden lang und wiederholt es bei Bedarf mehrmals täglich.

1. Handgriff

2. Handgriff

Ihr liegt bequem auf dem Rücken oder sitzt aufrecht auf einem Stuhl.

Mit Daumen und Zeigefinger umgreift ihr die Nasenwurzel und den Bereich direkt über der
Nasenwurzel.

Nun bewegt ihr eure Finger voneinander weg und haltet diesen Zug ca. 10 Sekunden lang. Dies  wiederholt ihr einige Male.

Mit diesen einfachen Handgriffen verbessert ihr die Drainage und Belüftung für die Nase und die Nebenhöhlen des Gesichtes.

2. Handgriff

Wir wünschen euch, dass ihr gut durch die Erkältungszeit kommt. Bleibt sportgesund!

Dennis & Andreas ApoPhysio oHG www.apophysio.de

Phosphat

Phosphor ist neben Calcium das wichtigste Mineral im menschlichen Organismus. Beide zusammen machen über 70% des gesamten Mineralienhaushaltes aus. Es ist für den Menschen essentiell, das heißt, es muss zwingend mit der Nahrung zugeführt werden. In der Natur findet man Phosphor nur in gebundener Form, weil es sehr reaktionsfreudig ist. Praktisch alle Lebensmittel enthalten Phosphor, denn es ist Bestandteil zahlreicher organischer Verbindungen wie Eiweißen, Kohlenhydraten, Fetten und Vitaminen. In unserem Körper liegt Phosphor als Phosphat, dem Salz der Phosphorsäure vor. Unter anderem in den Zähnen, im Skelett, als Teil chemischer Verbindungen, die im Körper Energie übertragen, als Co-Faktor zahlreicher B-Vitamine sowie im Glucose-Stoffwechsel, der die Energie für die Muskulatur bereitstellt.

Aufgrund seiner Verbreitung sind Phosphormangelzustände nicht bekannt und eine gezielte Nahrungsergänzung ist nicht notwendig. Gleichwohl sollten Diätprodukte, die zur ausschließlichen Ernährung schwer kranker Patienten oder als Ersatzmahlzeiten zur Gewichtsreduktion dienen, ausreichend Phosphor enthalten. Für Erwachsene empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 700mg täglich. Schwangere und Sportler benötigen etwas mehr.

Viel problematischer als der unwahrscheinliche Mangel, erscheint eine Phosphorüberdosierung, weil anorganische Phosphate in der Lebensmittelindustrie vielen Produkten, besonders Fast Food, zum Beispiel als Stabilisatoren zugesetzt werden. Während das in natürlichen Lebensmitteln gebundene Phosphor nur zu einem Teil vom Körper aufgenommen wird, werden diese anorganischen Salze sehr effektiv über die Darmschleimhaut aufgenommen, so dass Überdosierungen bei umfangreichem Verzehr dieser Lebensmittel leicht möglich sind. In der Medizin schon lange bekannt sind mögliche Nierenschäden durch Phosphate. Nierenkranke müssen sich deshalb phosphatreduziert ernähren. Ferner scheint auch das Risiko für Gefäßschäden durch überhöhte Phosphatzufuhr zu steigen und damit das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Auch eine Verdrängung von Calcium aus den Knochen und hierdurch eine Schwächung der Knochenstruktur werden diskutiert.

Mein Tipp: Phosphate in Lebensmitteln verstecken sich oft hinter E-Nummern, z.B. den Nummern E 338 bis E 341 und E 450 bis E 452. Ein Blick auf die Verpackung lohnt sich. Nahrungsergänzungsmittel, Diät- und Mahlzeitenersatzprodukte solltet ihr nur aus vertrauenswürdigen Quellen kaufen, die den Gehalt an Phosphaten korrekt ausweisen. Lasst euch am besten persönlich beraten z.B. in eurer Apotheke vor Ort.

Herzlichst euer Apotheker Andreas Binninger

ApoPhysio oHG Andreas Binninger & Dennis Gülden www.apophysio.de

 

Fasten und Bewegung

Nach dem Fastentipp von Rosenmontag, kehren wir heute zurück zur Aktivität. Viele kombinieren ja ein verändertes Ernährungsverhalten oder eben das Fasten mit mehr Bewegung. Doch worauf ist zu achten, wenn neben einem kontrollierten Nahrungsverzicht oder reduzierter Nahrungsaufnahme noch mehr Bewegung dazu kommt?

 

Wie schon im Artikel vom letzten Montag gelesen, sollte man vorher mit seinem Arzt oder einem Ernährungsberater sprechen und eventuelle Gefahren oder Kontraindikationen ausschließen. Sportliche Aktivität oder einfach mehr Bewegung verbraucht natürlich Energie und stellt in Kombination mit weniger Kalorienaufnahme auch eine Belastung für den Körper dar. Grundsätzlich solltet ihr immer auf euren Körper hören und Warnsignale nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dazu können Müdigkeit und Abgeschlagenheit zählen aber auch vermehrte Infekte, Kopfschmerzen oder das Gefühl von verminderter Leistungsfähigkeit. Zu Beginn der Fastenzeit oder dem veränderten Ernährungsverhalten, sollten keine Höchstleistungen im Training erwartet werden. Dies sollte auch nicht der primäre Sinn sein. Die Idee ist etwas für seinen Körper und auch den Geist zu tun, nach dem Motto: mens sana in corpore sano / ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Neben Bewegung, genügend Flüssigkeitszufuhr und Ernährung, spielt auch ausreichend Schlaf eine wichtige Rolle. Die richtige Kombination von Belastung und Regeneration ist der Schlüssel zu mehr Leistungsfähigkeit durch Training.

 

Heute zeigen wir euch eine Übungskombination für Rumpfstabilität. Diese könnt ihr wie immer isoliert oder als Zwischenübung während des Ausdauertrainings durchführen.

 

Ausführung:

Position 1: Ihr startet in der klassischen Liegestützposition.

Position 2: Nun bewegt ihr im Wechsel die linke Hand zur rechten Schulter und die rechte Hand zur linken Schulter.

Position 3: Danach führt ihr aus der Startposition die rechte Hand und das linke Knie zusammen und folgend die linke Hand und das rechte Knie.

Position 4: Jetzt wechselt ihr in den Seitstütz. Der obere Arm wird zur Decke gestreckt und dann mit einer Rumpfdrehung unter den Körper geführt und wieder zurück, dann wechselt ihr die Seite.

Position 5: Diese Kombinationsübung könnt ihr je nach Trainingszustand 30-90 Sekunden lang ausführen.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Dennis & Andreas

 

ApoPhysio oHG www.apophysio.de