Fußgymnastik

So weit die Füße tragen - Fußgymnastik Teil 1

Ein genauso wie unser Zwerchfell unterschätzter Körperbereich sind unsere Füße. Den ganzen Tag eingepackt und unbeachtet, tragen sie uns jedoch durch´s ganze Leben.

Wissenswertes über Füße

Die Zahl an durchgeführten Operationen steigt nahezu jährlich in Deutschland, auch die Häufigkeit von Fußoperationen. Zu den häufigsten Problemen der Füße gehören Zehenverformungen. Diese gibt es in verschiedenen Erscheinungsformen und Ausprägungen. Als große Gemeinsamkeit haben aber fast alle diese Diagnosen früher oder später starke Schmerzen. Die Schmerzen wiederum führen zu Schonhaltungen, zur Vermeidung von Bewegung und damit zu allgemeinem Aktivitätsverlust der Betroffenen. Doch vielen dieser Beschwerden kann man vorbeugen bzw. auch wenn bereits vorhanden, mit einem Übungsprogramm für die Fußmuskulatur entgegenwirken.

Je nach Literatur finden wir 25 Muskeln, die den Fußmuskeln zugeordnet werden können. Diese Muskeln sorgen sowohl für die Bewegung als auch für die Stabilität der Füße. Neben den Fußmuskeln, gehören auch noch Sehnen und Bänder zu den Strukturen, die einen großen Einfluss auf unsere Füße haben. Die verschiedenen Strukturen zusammen bilden sowohl das sogenannte Längs- als auch das Quergewölbe der Füße. Bei einer Schwäche der Gewölbe, kommt es zur Absenkung der Fußgewölbe und zum sogenannten Senk-Spreitz-Fuß, einem ebenfalls weit verbreiteten Problem, dem mit Gymnastik entgegen gewirkt werden kann.

Deine Füße stärken

Probleme mit der Statik der Füße führen nicht nur zu lokalen Schmerzen, sondern können sich auch negativ auf unsere gesamte Statik und Körperhaltung auswirken, mit Beschwerden z.B. im Beckenbereich und Rücken. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, empfehlen wir euch auch die Füße regelmäßig mit gezieltem Krafttraining zu unterstützen.

Training für deine Füße

Heute erklären wir euch 2 einfache Übungen, um die Fußmuskeln zu trainieren.

 

 

  1. Ihr sitzt oder steht und versucht mit den nackten Füßen einen kleinen Ball oder zum Beispiel Zeitungspapier zu „kneten“ und von einem Fuß an den anderen zu geben.

 

  1. Ihr steht und versucht mit nackten Füßen die Zehen etwas „anzuziehen“, die Zehen zu beugen und damit den Fuß zu verkürzen. (Siehe Bilder)

 

Fußtraining
Füße stärken

Diese Übungen wiederholt ihr mehrere Male und wenn möglich alle 2 Tage.

 

Dennis & Andreas ApoPhysio oHG www.apophysio.de

 

Wechselwirkung und Kontraindikationen

Nahrungsergänzungsmittel - Wechselwirkungen und Kontraindikationen beachten

Im heutigen Artikel möchte ich dafür sensibilisieren, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht völlig harmlos und unproblematisch sind. Das gilt in besonderem Maße für Menschen mit chronischen Erkrankungen und/oder bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten. Hierzu möchte ich euch ein paar Beispiele aufführen.

Wechselwirkungen und Kontraindikationen bei der Einnahme von Jod

Deutschland gilt als sogenanntes Jodmangelgebiet. Die Äcker und Böden enthalten wenig Jod mit der Folge, dass auch hier angebaute Nahrungsmittel einen geringen Jodgehalt aufweisen. Zur Vorbeugung eines Jodmangelkropfes gibt es in der Apotheke Jodtabletten mit einem definierten Jodgehalt. Empfohlen wird die Einnahme besonders dann, wenn in der Familie bereits Fälle von Jodmangelkropf aufgetreten sind. Auch bei einer jodarmen Ernährung, z.B. Veganismus, kann die Ergänzung von Jod sinnvoll sein. Eine weitere Indikation für Jodgaben sind Schwangerschaft und Stillzeit. Der Bedarf ist in dieser Zeit erhöht und ein Jodmangel kann zu Gesundheitsstörungen beim Ungeborenen und Säugling führen. Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere und Stillende tragen diesem Umstand Rechnung und enthalten zur Vorbeugung definierte Mengen Jod. Grundsätzlich gilt, dass eine Jodgabe bei bekannter Schilddrüsenüberfunktion oder bei Hashimoto, einer chronisch entzündlichen Schilddrüsenerkrankung, kontraindiziert ist und nur nach Rücksprache mit dem Arzt vorgenommen werden sollte. Problematisch wird es, wenn der Jodgehalt nicht bekannt oder nicht offensichtlich ist. Nahrungsergänzungsmittel, die Meeresalgen enthalten, können einen nicht unerheblichen Jodgehalt aufweisen und sollten deshalb bei den vorgenannten Erkrankungen nicht eingenommen werden, auch nicht von Personen, die bereits Jod einnehmen, da eine Jodüberdosierung krank machen kann.

Wechselwirkungen und Kontraindikationen bei der Einnahme von Entwässerungsmitteln und Vitamin D

Patienten, die ein Entwässerungsmittel mit dem Namen HCT erhalten, können bei langfristiger Einnahme erhöhte Calciumblutspiegel aufweisen. Das Medikament wird bei Herzschwäche, Bluthochdruck und Wassereinlagerungen eingesetzt. Als unerwünschte Wirkung nimmt bei dauerhafter Anwendung die Ausscheidung von Calcium über die Nieren ab. Nehmen diese Patienten hochdosiert Vitamin D ein, das u.a. die Aufnahme von Calcium aus dem Darm fördert, kann das zu einer weiteren Erhöhung der Calciumblutspiegel führen. Die Folge können u.a. Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen und allgemeine Schwäche sein. Haben diese Patienten einen Vitamin D-Mangel und müssen mit hohen Dosen behandelt werden, sollte zuvor der Calciumblutspiegel untersucht und ggf. das Entwässerungsmittel gewechselt werden.

Wechselwirkungen und Kontraindikationen bei der Einnahme von Süßholz wie Lakritz

Süßholzwurzel ist die Basis für die Lakritzherstellung. Ferner findet sich die Wurzel in Wellnesstees, in Arzneitees für den Magen und als Pulver oder Extrakt in verschiedenen pflanzlichen Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln. Die im Süßholz enthaltene Glycyrrhizinsäure kann bei übermäßigem Lakritzverzehr, bei zu langer Anwendung und/oder langfristiger Überdosierung süßholzhaltiger Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel die Kaliumblutspiegel senken. Das kann bei normal gesunden Menschen zur Blutdruckerhöhung führen. Bei Patienten, die mit Digitalis, einem pflanzlichen Arzneimittel gegen Herzschwäche, behandelt werden, können zu niedrige Kaliumspiegel die Giftigkeit und damit die Nebenwirkungen von Digitalis erhöhen.

Mein Tipp:

Nahrungsergänzungsmittel müssen anders als Arzneimittel keine möglichen Wechselwirkungen benennen. Einige wenige Kontraindikationen, z.B. nicht für Schwangere, oder Personen unter 18 Jahren, sind für ein paar Inhaltsstoffe vorgeschrieben. Im Großen und Ganzen finden wir aber auch diese auf den Produkten nicht. Lasst euch bei Nahrungsergänzungsmitteln von einem Experten beraten. Am besten den Apotheker eures Vertrauens vor Ort.

Herzlichst euer Apotheker Andreas Binninger

 

ApoPhysio oHG Andreas Binninger & Dennis Gülden

Aroniabeeren

Aroniabeeren und ihre Inhaltsstoffe

Die Aroniabeere, auch Apfelbeere genannt, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Dort ist sie auf dem östlichen Teil des Kontinents aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit weit verbreitet. Sie wächst in Wäldern, Feuchtgebieten und auf kargen, trockenen Böden. Angebaut wird sie u.a. in den USA, Kanada, Russland und seit den 90er Jahren auch in Ostdeutschland.

Botanisch zählt man die Aroniabeere zu den Rosengewächsen. Zu dieser Pflanzenfamilie gehören auch die Hagebutte und die Vogelbeere, über die wir bereits hier im Blog berichtet haben. Aronia wird gerne als Superfood bezeichnet. Ich mag solche Begriffe nicht so gerne. Sie werden immer wieder missbraucht, um Lebensmittel extra teuer zu verkaufen. Darüber hinaus stellen sie andere Lebensmittel in den Schatten, die nicht minder gesund sind. Fakt ist nämlich, dass Hagebutten und Vogelbeeren z.B. deutlich mehr Vitamin C enthalten, als die Apfelbeeren. Und die heimischen Holunderbeeren haben einen ähnlich hohen Gehalt wie Aronia an dunklen Farbstoffen, den sogenannten Anthocyanen, die aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften (Schutz vor freien Radikalen) als gesundheitsfördernd gelten. Auch bei den Spurenelementen Eisen und Jod sowie verschiedenen Vitaminen schneiden andere Obst- und Gemüsesorten besser ab.

Was Aroniabeeren auszeichnet

Was die Aroniabeeren auszeichnet, ist ihr sehr hoher Gehalt an OPC´s, den oligomeren Proanthocyanidinen. Dabei handelt es sich um eine weitere Gruppe sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe, die besonders stark antioxidativ wirkt. Die Substanzen können Vitamin C regenerieren, weshalb sie als Co-Partner bzw. Verstärker der Vitamin C-Wirkung betrachtet werden. Diese Stoffgruppe finden wir auch noch in weiteren Lebensmitteln, wie z.B.

  • Preiselbeeren
  • Heidelbeeren
  • Hagebutten
  • Knoblauch
  • den Schalen von Äpfeln
  • Traubenkernen
  • den roten Häutchen der Erdnüsse.

Wir wissen inzwischen, dass verschiedene gesundheitliche Beschwerden in Verbindung mit einer erhöhten Bildung von freien Radikalen im Körper einhergehen oder von diesen möglicherweise sogar ursächlich ausgelöst werden. Es ist auch bekannt, dass neben den antioxidativen Vitaminen die antioxidativen sekundären Pflanzeninhaltsstoffe helfen, die freien Radikale im Körper zu entsorgen. Viele Menschen essen zu wenig Obst und Gemüse und nehmen deshalb recht wenig dieser natürlichen Antioxidantien zu sich. Das kann Gesundheitsstörungen begünstigen. Insofern macht die Überlegung durchaus Sinn, wenn man denn schon Obst isst, dass man dann eine Sorte mit besonders hohem antioxidativem Potential wählt, wie die Aroniabeere. Als medizinisches Wundermittel oder gar Superfood sehe ich sie jedoch nicht. Vielmehr ist und bleibt die Ernährungsvielfalt der Schlüssel zu mehr Gesundheit. Das was der Aroniabeere an Mikronährstoffen fehlt, muss aus anderen Lebensmitteln kommen.

Mein Tipp:

Aroniabeeren liefern einen guten Beitrag zur täglichen Ernährung. Im Spätsommer kann man sie frisch aus Sachsen beziehen und es gibt u.a. Säfte, Extrakte sowie Früchtetees. Einige dieser Produkte bekommt ihr auch in eurer Apotheke vor Ort. Da Aroniabeeren jedoch nicht alle wichtigen Vitalstoffe ausreichend liefern, solltet ihr euch beraten lassen, welches Produkt für euch am besten geeignet ist.

Herzlichst euer Apotheker Andreas Binninger

ApoPhysio oHG Andreas Binninger & Dennis Gülden www.apophysio.de

Übungen für zuhause

Osteopathische Eigenübungen

Ein zentraler Bereich unserer gemeinsamen Arbeit ist die Gesundheitsprävention. In unserem Arbeitsalltag stellen wir immer wieder fest, wie viele Beschwerden sich vermeiden ließen, wenn Menschen regelmäßig etwas für ihren Körper tun würden.

Laut statistischer Erhebungen treiben lediglich rund 13% der Deutschen regelmäßig mehrmals pro Woche Sport, ca. 18% mehrmals monatlich, etwa 4% einmal im Monat und der Rest seltener oder nie.

Neben Kraft- und Fitnessübungen, stellen wir euch in diesem Blog auch immer wieder Übungen vor, die Verkrampfungen lösen und die Beweglichkeit des Körpers erhalten oder wieder herzustellen helfen. Heute lest ihr eine Übungsreihenfolge von einfach wirkenden, aber dennoch sehr effektiven Eigenübungen nach dem amerikanischen Osteopathen Robert C. Fulford, D.O. ( 1905-1997 ).

 

Diese Übungen dienen zur Mobilisation des gesamten Körpers und sind oft „Hausaufgaben“ für Dennis´ Patienten.

 

  1. Übung:

    Ihr steht aufrecht im schulterbreiten Stand und hebt die Arme langsam seitlich bis auf Schulterhöhe nach oben, wobei die linke Handfläche nach oben und die rechte nach unten zeigt. Unter tiefen und vollen Atemzügen diese Position halten, solange es angenehm gelingt (30 Sekunden bis maximal zehn Minuten). Dann Arme langsam ausgestreckt seitlich über den Kopf heben (nicht nach vorne ausweichen). Anschließend langsam seitlich absenken.

 

  1. Übung (Kolbenatmung):

    Bequem auf einem Stuhl Platz nehmen. Schultern entspannt. Dann (wie bei einem Kolbenmotor) rasch und stoßend durch die Nase ein- und ausatmen. Anfänglich 2× 10mal. Dann im weiteren Verlauf steigern auf bis zu 2×100mal.

                       

  1. Übung:

    Flach mit dem Rücken auf den Boden legen. Arme gestreckt seitlich ausbreiten (wie bei Übung 1 linke Handfläche nach oben, rechte nach unten). Dann ein Bein im gestreckten Zustand über das andere legen. Dabei kommt es zu einer Drehung im Becken. Bein dort ablegen, wo es will. Unter tiefen Atemzügen Position 30 sec bis 5 min so halten, danach Bein zurück und die Übung mit dem anderen Bein wiederholen. Ebenfalls 30 sec bis 5 min halten.

 

  1. Übung:

    Bequem auf einen Stuhl setzen. Oberschenkel parallel, Unterschenkel senkrecht zum Boden. Dann mit hängenden Armen langsam vorbeugen. Ellenbogen an die Innenseite der Knie. Handflächen nach außen und Finger von innen unter das Fußgewölbe legen. 30 sec bis 5 min so halten und langsam und tief durchatmen. Theoretisch könnte diese Übung auch im Stehen durchgeführt werden.

 

  1. Übung:

    Aufrecht an eine Wand stellen. Füße, unterer Rücken, Schulterblätter und Hinterkopf berühren die Wand. Dann langsam Arme gestreckt (Daumen berühren sich) nach vorne und dann über den Kopf hochheben, bis die Hände die Wand berühren. Wieder 30 sec bis 5 min so halten. Langsam und tief durchatmen. Anschließend die gestreckten Arme langsam seitlich herabführen. Ggf. mehrfach durchführen.

 

  1. Übung:

    Bequemer Sitz, beide Füße fest auf dem Boden. Ellenbogen nach vorne beugen, Fingerspitzen auf die Schulter. Beim langsamen Einatmen Ellenbogen Richtung Decke anheben, Kopf leicht senken. Dann beim Ausatmen Ellenbogen seitlich rausdrehen und zurück in die Startposition, dabei Kopf heben. Übung 5mal wiederholen.

 

  1. Übung:

    Im schulterbreiten Stand gegenüber einer Wand die Handflächen in Schulterhöhe an die Wand legen. Dann so weit wie möglich in die Knie gehen, die Fersen bleiben auf dem Boden. 30 sec bis eine Minute so halten und lang und tief durchatmen. Übung bis 5mal wiederholen.

 

  1. Übung:

    Beide Hände hinter den erhobenen Kopf legen. Dann den Kopf in die Hände und die Hände gegen den Kopf drücken. Dabei die Position des Kopfes nicht ändern. Solange drücken wie es angenehm ist. Mindestens 30 Sekunden.

 

(Übungen entnommen aus: Robert Fulford, Puls des Lebens, Jolandos Verlag)

Viel Spaß mit den Übungen und bleibt sportgesund!

Dennis & Andreas ApoPhysio oHG www.apophysio.de