Immer noch aktuell: Vitamin D

Gestern war Rosenmontag und zigtausende Menschen feierten zusammen auf den Straßen der Karnevalshochburgen. Zur Zeit ist die Ansteckungsgefahr für Erkältungskrankheiten besonders groß. Doch nicht nur die Nähe vieler Menschen zueinander und das kalte Winterwetter fördern einen Infekt. Auch Vitamin D-Mangel kann das Erkrankungsrisiko erhöhen. Vitamin D ist eigentlich kein Vitamin, sondern ein Hormon, das wir selber bilden können. Voraussetzung dafür ist allerdings eine ausreichende Sonneneinstrahlung. Von Oktober bis März ist die Strahlungsintensität in Deutschland so schwach, dass wir selbst bei einem Aufenthalt in der Sonne kein Vitamin D mehr bilden können. Über die Wintermonate fällt unser Vitamin D-Blutspiegel deshalb kontinuierlich ab. Wir wissen inzwischen, dass Vitamin D nicht nur für den Calciumhaushalt und gesunde Knochen wichtig ist, sondern unter anderem auch für das Immunsystem. So ist es auch nicht verwunderlich, dass alle Jahre wieder Erkältungsviren gerade zu Jahresbeginn besonders leichtes Spiel haben, wenn wir bereits einige Wochen Lichtmangel hinter uns haben. Vitamin D findet sich nur in einigen wenigen natürlichen Nahrungsmitteln in so ausreichender Menge, dass wir die fehlende Eigenproduktion über unsere Ernährung ausgleichen können. Am meisten enthält Lebertran, gefolgt von fetten Fischsorten. Danach kommen diverse Milchprodukte und Pilze, in denen der Gehalt aber bereits zu gering ist. In Obst und Gemüse ist das Hormon nicht enthalten.

Mein Tipp: Gerade jetzt zur Hochzeit der Erkältungskrankheiten macht es immer noch Sinn mit einer Vitamin D-Prophylaxe zu beginnen, auch wenn es nur noch wenige Wochen dauert, bis die Sonne wieder stärker scheint. Infrage kommen zum Beispiel Fischölprodukte oder Vitamin D-Tabletten. Lassen Sie sich am besten vom Apotheker Ihres Vertrauens beraten.

Herzlichst Ihr Apotheker Andreas Binninger

Oberschenkel und Po "To Go"

Im heutigen Beitrag geht es um die Oberschenkel- und Po-Muskulatur. Die dazugehörigen großen Muskeln sind bei jedem Schritt im Einsatz und müssen vielfältige Aufgaben übernehmen. Sie sind zum einen an unserer Fortbewegung beteiligt zum anderen sorgen diese Muskeln im Zusammenspiel mit anderen Strukturen auch für eine große Stabilität, sowohl für die Beine als auch für das Becken und den Oberkörper. Die zum Oberschenkel gehörende Muskulatur und ihre umgebenden Faszien verbinden unser Becken mit den Beinen, sie muss eine "längere" Strecke überwinden. Eine gut eingestellte und trainierte Beinmuskulatur stabilisiert also unser Becken, die Hüftgelenke, ebenso die Knie- und Sprunggelenke. Dies schützt unsere Gelenke bei Alltagsbewegungen, aber auch unter besonderer Belastung wie zum Beispiel beim Sport. Grundsätzlich hat eine gut trainierte Muskulatur viele positive Effekte: Sie schützt vor Verletzungen, wir fühlen uns belastbarer und wir erhöhen unseren Kaloriengrundumsatz je mehr Muskulatur wir haben. Neben dem Laufen gehört auch das Fahrradfahren zu den Sportarten mit dem meisten Trainingsreiz auf die Oberschenkelmuskulatur.

 

Hier nun eine altbekannte und sehr effektive Übung: die Kniebeuge oder Squat

  • Ihr steht etwas breiter als Hüftbreit mit aufgerichtetem Oberkörper.
  • Nun geht ihr tief in die Hocke und bewegt gleichzeitig eure Arme nach vorne oben.
  • Diese Position haltet ihr 3-5 Sekunden und wiederholt die Übung 8-10 mal in 3 Sätzen, jeweils mit 60 Sekunden Pause.

 

Squat 1 Squat 2

Dennis Gülden, Physiotherapeut, Osteopathie BAO, Kinderosteopathie, Personal Trainer, Dozent

Bromelain das Ananasenzym

Enzyme sind spezielle Eiweißverbindungen. Sie sind in der Natur weit verbreitet und mehr als drei Milliarden Jahre alt. Ohne Enzyme gäbe es kein Leben. Eine Vielzahl von chemischen Reaktionen die wir kennen, in der Natur oder Technik, läuft nicht ohne Hilfe von außen ab. Zum Beispiel durch die Zufuhr von Wärme oder Katalysatoren. Dabei handelt es sich allgemein um Stoffe, die an einer chemischen Reaktion teilnehmen ohne dabei selbst verändert zu werden. Sie begünstigen die Reaktion oder machen sie überhaupt erst möglich. Enzyme sind solche Katalysatoren. Weil man sie in lebenden Organsimen findet, wo sie biochemische Prozesse steuern, nennt man sie gerne auch Biokatalysatoren. Enzyme helfen zum Beispiel bei der Umwandlung von Zucker in Alkohol in Hefen, bei der Verdauung von Nahrungsmitteln, beim Auf-, Ab- und Umbau von Körperstrukturen oder bei der Energiegewinnung. Der Mensch bildet selber tausende von Enzymen und mit seinen Nahrungsmitteln nimmt er weitere zu sich. Bromelain ist ein Enzym, das wir in der Ananas finden. Es gehört zu den eiweißspaltenden Enzymen und hat deshalb eine verdauungsfördernde Wirkung, wenn es in proteinhaltigen Mahlzeiten enthalten ist. Nimmt man allerdings Ananas aus der Dose zum Quark, ist die Wirkung nicht mehr vorhanden. Wie alle Eiweiße, werden auch Enzyme durch Hitze verändert. Bromelain hat als Arzneimittel medizinische Bedeutung erlangt. Es wird u.a. bei Entzündungen, Sportverletzungen und nach Operationen eingesetzt. Damit ausreichend Bromelain im Körper ankommt, muss es in sogenannte magensaftresistente Tabletten verpackt werden, die sich erst im Dünndarm auflösen. Ansonsten wird das Enzym im Magen zusammen mit anderen Eiweißen verdaut. Die Wirkung des Bromelains beruht u.a. auf einer leichten Blutverdünnung, wodurch die Versorgung in einem verletzten Bereich verbessert und der Heilungsprozess gefördert wird. Aufgrund dieser Blutverdünnung kann es bei Menschen, die Blutverdünner aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten nehmen, zu Wechselwirkungen mit bromelainhaltigen Arzneimitteln kommen. Den gleichen verdauungsfördernden Effekt wie Bromelain, hat übrigens auch Papain, ein Enzym aus der Papaya.

 

Mein Tipp: Eiweißreiche Mahlzeiten werden leichter verdaut, wenn sie dazu frische Ananas oder Papaya essen. Wenn dieses Obst nicht zur Verfügung steht oder Sie es nicht mögen, können Sie auch zur Mahlzeit ein Nahrungsergänzungsmittel mit den Enzymen Bromelain oder Papain einnehmen. Aufgrund des Verdauungsprozesses im Magen ist zwar nicht damit zu rechnen, dass nennenswerte Mengen wirksamer Enzyme im Körper ankommen. Als Patient, der Blutverdünner einnimmt, sollten sie dennoch vorsichtig sein und große Mengen sicherheitshalber vermeiden. Lassen Sie sich am besten vom Apotheker Ihres Vertrauens beraten.

 

Herzlichst Ihr Apotheker Andreas Binninger

Entspannung für den Nacken

Wer kennt das nicht: Verspannte Muskeln im Nacken- und Schulterbereich, angespannte Muskulatur an den Kiefergelenken. Je nach Literatur und Statistik beklagen sich 2-3 Erwachsene regelmäßig über Schmerzen und Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich. Woher kommen diese Beschwerden? Natürlich kann es für diese Probleme verschiedene Ursachen geben. Häufige Gründe liegen in falscher Haltung und zu wenig Bewegung. Aber auch das so genannte Pressen mit den Zähnen, was meistens über Tag passiert, als auch das nächtliche Zähneknirschen sorgen über verschiedene anatomische und neurologische Verbindungen für angespannte Muskulatur. Wie der Name schon sagt, pressen die betroffenen Personen über Tag die Zähne fest aufeinander und spannen so immer wiederkehrend die Kaumuskeln an. Beim eher nächtlich auftretenden Zähneknirschen wird der Oberkiefer gegen den Unterkiefer verschoben, es findet also eine Bewegung statt. Abhilfe schaffen können sowohl physiotherapeutische und osteopathische Anwendungen, als auch eine gute zahnärztliche Behandlung, oft auch in Kombination mit einer Zahnschiene. Auch eine sitzende Tätigkeit mit Bildschirmarbeit sorgt bei vielen Menschen für Verspannungen der Nackenmuskulatur und führt häufig auch zu Kopfschmerzen, teilweise auch zur Migräne. Wie in unserem Artikel über die Faszienmobilisation bereits beschrieben, können aber auch die faszialen Strukturen Verspannungen und Fehlhaltungen auslösen oder negativ unterstützen. Die Ursachen für die oben beschriebenen Auffälligkeiten und Probleme im Nacken- und Kieferbereich können zum Beispiel auch in der Wirbelsäule, im Becken oder sogar in den Füßen liegen und werden dann über das myofasziale System nach oben übertragen und lösen dort verschiedene Beschwerden aus. Ein weiterer Auslöser für diverse Beschwerden sind angeborene Asymmetrieen des Schädels die den Körper in eine Art Dauerkompensation bringen und somit eine muskuläre Grundanspannung fördern.

Nicht zu vergessen und mit Sicherheit ein großer Auslöser von muskulären Dysbalancen und Fehlspannungen sind auch negativer Stress und psychische Belastungen.

 

Folgend einige Übungen zur Entspannung der Nackenmuskulatur.

 

Ausführung:

  • Ihr steht mit leicht gebeugten Beinen, ungefähr hüftbreit.
  • Die Arme streckt ihr nach vorne aus, die Handinnenfläche der einen Hand liegt auf der Handaußenfläche der anderen Hand.
  • Den Kopf beugt ihr in Richtung Brustbein.
  • Nun schiebt ihr die Arme beide etwas weiter nach vorne bis ihr eine angenehme Spannung im Nacken- und Schulterbereich spürt.
  • Dies haltet ihr ca. 30 Sekunden und wiederholt diese Übung 3-4 mal.

 

 

Nackenentspannung

 

 

Kieferentspannung:

  • Ihr steht oder sitzt in entspannter Haltung und schiebt im Wechsel euren Unterkiefer nach rechts und links, 10 mal pro Seite. Dies könnt ihr mehrmals am Tag wiederholen.

 

Dennis Gülden, Physiotherapeut, Osteopathie BAO, Kinderosteopathie, Personal Trainer, Dozent